Diamanten-Blog

Dieser Diamanten-Blog wird geführt von Karlheinz Grünewald, Sachverständiger für geschliffene und rohe Diamanten, langjähriger Diamantenhändler und Inhaber der Firma Diamantenimport.
 

19.09.2017

Farbige Diamanten / Fancy Diamonds – Teil II

Heute widme ich mich einmal wieder den naturfarbigen Diamanten (sog. Fancy-Diamonds) und mit diesem Teil II speziell den Ursachen ihrer Farbe oder anders ausgedrückt: „was macht diese Diamanten farbig/bunt?“
 
Bei den „normalen“, farblosen Diamanten geht die Farbskala von absolut farblos/Farbstufe „D“, bis hinunter zu „Z“, wo eine deutliche gelbe Färbung zu erkennen ist. Der Einfachheit halber werden diese Diamanten zu den farblosen oder weißen Diamanten zusammengefasst.
 
Alles, was über diese Farbtönung (Z) hinausgeht, zählt zu den Fancydiamanten, die ihre eigene Skala haben. Wie im Teil I ja bereits bemerkt, ist der Diamant der einzige natürliche Edelstein auf der Welt, welchen es in jeder möglichen Farbe des Regenbogens gibt.
 
Doch was ist denn nun die Ursache für die Farbe, z.B. dem sehr schönen und wertvollen Pink oder dem noch selteneren Grün oder gar Blau?
 
Was viele eventuell jetzt verwundern wird, ist die Tatsache, dass es keine direkt farbgebenden Stoffe oder andere Substanzen gibt, welche die Diamanten in der jeweiligen Farbe „einfärben“. Das genaue Gegenteil ist der Fall.
 
Wie sich die meisten von uns noch schwach an den Physikunterricht erinnern, setzt sich das sichtbare Licht aus einem Spektrum von verschiedenen Farben und ihren Gegenfarben (Komplementärfarben) zusammen. Quasi in allen Farben des Regenbogens. Dringen nun alle Farben ungehindert in das menschliche Auge, nehmen wir dieses Farbspektrum als weiß/farblos wahr.
 
Kommt es jedoch dazu, dass eine Farbe (oder mehrere) nicht reflektiert, sondern zum Teil oder ganz absorbiert/geschluckt wird, fehlt diese Farbe im Spektrum, was die sichtbare Farbe in Richtung ihrer Komplementäterfarbe verändert.
 
Konkret bedeutet dies, dass bei einem gelben Diamanten, die gelbe Farbe nur dadurch entsteht, dass das Vorhandensein von Stickstoff-Atomen, die die Eigenschaft besitzen, Licht der blauen Farbe zu absorbieren, die Komplementärfarbe von Blau, also Gelb entsteht.

Ein natürlicher und unbehandelter gelber Diamant im Cushion-Schliff.

Ein natürlicher und unbehandelter gelber Diamant im Cushion-Schliff.

Bei den ganz seltenen blauen Diamanten ist es genau anders herum. Da wird durch das Element „Bor“ gelb (meistens auch orange und rot) absorbiert. Das Resultat ist dann ein blauer Diamant.

 

Eine andere Ursache der Farbentstehung gibt es bei pinken und roten Diamanten. Hier ist es kein fremdes Atom oder Element, was eine Farbe absorbiert und dafür sorgt, dass seine Komplementärfarbe sichtbar wird, sondern hier sind es sog. Verschiebungen bzw. Defekte in der Kristallstruktur während des Wachstums des Diamanten, die dafür verantwortlich sind, dass Licht einer bestimmten Wellenlänge absorbiert wird und dadurch nur noch die Gegenfarbe sichtbar ist.

Ein beeindruckender Fancy Deep Pink Diamant mit 0,60 Karat im Oval-Schliff. Je nach Art der Beleuchtung, mal rot, mal pinkfarben.

Ein beeindruckender Fancy Deep Pink Diamant mit 0,60 Karat im Oval-Schliff. Je nach Art der Beleuchtung, mal rot, mal pinkfarben.

Bei pinken und roten Diamanten sind es somit die Farben grün und blau, die ganz oder zum Teil absortbiert werden.
 

Als letzte farbgebende Ursache möchte ich hier die sehr seltenen grünen Diamanten ansprechen. Grüne Diamanten erhalten ihre Farbe durch die Tatsache, dass sie vor hunderten Millionen Jahren auf ihrem langen Weg in die obere Erdkruste einer natürlichen radioaktiven Strahlung ausgesetzt waren. Dies führt dazu, dass diese Diamanten ihre grüne Farbe ausbilden konnten. Je nach Art und der Dauer der natürlichen Strahlung bildet sich dann manchmal ein ganz schwacher „Hauch“ einer grünen Farbe aus und manchmal eine ganz satte grüne und tiefe Farbe. Das folgende Foto ist ein Beispiel für einen grünen Diamanten in der Farbintensität „Fancy Intense“, in der extrem seltenen und wertvollen Farbe „bläulich-grün“.

Fancy Intense Bluish Green - eine der seltensten und wertvollsten Farben für naturfarbige Diamanten!

Fancy Intense Bluish Green – eine der seltensten und wertvollsten Farben für naturfarbige Diamanten!

Nicht selten kommt es auch zu einer Kombination der verscheidenen genannten farbgebenden Ursachen. Sehr häufig dann, wenn der Diamant nicht nur eine einzige klare Farbe besitzt, sondern mehrere Farben/Farbtöne festgestellt werden.
 
Diese zugegeben stark vereinfache Darstellung soll ihnen die wichtigste Erkenntnis der Farbursache bei den Fancydiamanten darlegen. Nämlich, das es keine Substanz gibt, die für die Färbung des Diamanten direkt sorgt, sondern durch das „Schlucken“ von Licht einer bestimmten Wellenlänge seine Komplementärfarbe sichtbar wird.
 
Ganz wichtig ist noch meine dringende Empfehlung in dieser Sache: bitte kaufen Sie möglichst nie einen (angeblich) naturfarbigen Diamanten ohne Zertifikat eines der drei internationalen Institute (GIA, IGI oder HRD) bzw. eines anerkannten Diamantengutachers! Denn sehr viele (meiner persönlichen Meinung nach, die weitaus meisten) farbigen Diamanten ohne entsprechende Expertise haben ihre Farbe nicht durch Mutter Natur erhalten, sondern sind künstlich behandelt und damit nur einen Bruchteil ihres Kaufpreises wert. Oder wenn in dem Zertifikat der Vermerk „treated color“ zu finden ist, gilt das gleiche, denn damit wird die künstliche Farbbehandlung ja bestätigt.

 
Bei weiteren Fragen zu Fancydiamanten können Sie mich gerne direkt kontaktieren. Schreiben Sie mir einfach eine Mail.

 
20.05.2017

Achtung – wichtige Infos für Goldschmiede, Juweliere, Schmuck-Ankäufer, Diamantenhändler, Leihhausbetreiber usw.:
Diamantentester/Duotester zeigen falsches Ergebnis bei Moissaniten an!

Der synthetische Moissanit ist bekanntermaßen die beste Diamantenimitation auf dem Markt. Seine Eigenschaften kommen denen des Diamanten am nächsten. Deswegen stellt ja auch die sichere optische Unterscheidung zu Diamanten viele vor Probleme. Bisher war es jedoch recht einfach, Diamanten von Moissaniten zu unterscheiden, indem man einen Diamantentester (als Duotester) oder einen speziellen Moissanittester benutzt hat. Diese Geräte haben – in Abhängigkeit ihrer Qualität und richtigen Handhabung – schnelle und sichere Ergebnisse angezeigt.

Beispiel eines oft genutzten Diamant-Duotesters zur Unterscheidung von Diamanten und Imitationen.

Beispiel eines oft genutzten Diamant-Duotesters zur Unterscheidung von Diamanten und Imitationen.


 

Jedoch gab es vor einiger Zeit eine – aus Sicht der o.g. betroffenen Berufsgruppen – eher negative Weiterentwicklung bei der Produktion von Moissaniten. Den Herstellern ist es gelungen, Moissanite zu entwicklen, die von fast allen auf dem Markt befindlichen Diamant- und Moissanittestern als Diamant angezeigt werden! Zusätzlich besitzen diese Moissanite keinen sonst oft vorhandenen Farbstich mehr, sondern sie sind in der höchsten Farbstufe D-F, also absolut farblos, zu bekommen!

 

Sollten Sie also zu einer der o.g. Berufsgruppen zählen und Schmuck oder lose Diamanten ankaufen, diesen beleihen oder zur Reparatur bzw. Umarbeitung annehmen, ist besondere Vorsicht angesagt. Eine sichere Unterscheidung zum Diamanten ist bei den neuesten Moissaniten mit den aktuell auf dem Markt befindlichen Testern, die nach der üblichen Methode (Wärmeleitfähigkeit und Konduktivität) arbeiten, nicht möglich. Es bleibt daher nur die Prüfung der anderen physikalischen Eigenschaften zur Unterscheidung.
 

Da längst nicht jeder diese fachlichen Grundlagen/das Wissen bzw. die Möglichkeiten dafür hat, werden wir in Kürze wieder unsere Spezial-Seminare für Fachpersonal (Mitarbeiter, insbesondere Verkaufspersonal und Unternehmer selbst) dafür anbieten.
 
Es ist auch möglich, dieses Spezialseminar direkt in ihrem Haus durchzuführen.

 

Bei Interesse an einer Teilnahme an unseren durch Diamantengutachter, Herrn Grünewald, selbst durchgeführten Seminaren oder Veranstaltung dieser bei Ihnen, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.

 
24.03.2017

Wichtige Info zum Einkauf mit Bargeld „Geldwäschegesetz“ wird verschärft!

Die im Vergleich mit unseren europäischen Nachbarländern bei uns bisher noch recht „großzügige“ Regelung, eines Einkaufs mit Bargeld bis zu max. 14.999 Euro (bis zu dieser Grenze kann man völlig anonym einkaufen) wird schon sehr bald verschärft.
 
Deutschland muss bis spätestens zum 26. Juni 2017 das Gesetz der 4. EU-Geldwäsche-Richtlinie umgesetzt haben. Damit sinkt die Grenze für Bargeldkäufe ohne Legitimation von aktuell 14.999 Euro auf dann nur noch 9.999 Euro! Gleichzeitig sollen die Kontrollen auch noch verschärft werden.
 
Zweck der 4. EU-Geldwäsche Richtlinie soll die „Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung“ sein. Dies hört sich ja erst einmal richtig an. Aber wie naiv muss man sein, wenn man glauben will, mit einem solchen Gesetz die Geldwäsche des organisierten Verbrechens unterbinden oder die Finanzierung des Terrorismus ernsthaft behindern zu können?

 

Im Endeffekt wird es wieder den normalen Bürger treffen, der plant, sein hart erarbeitetes und/oder erspartes Geld z.B. in Sachwerte (Diamanten, Edelmetalle usw.) anzulegen, eine teure Uhr zu kaufen und dabei selbst entscheiden will, wer davon erfahren soll. Die universelle Einsetzbarkeit von Bargeld in allen Konsum und Lebensbereichen ist für viele Bürger ein Stück persönliche Freiheit. Dieser Freiheit soll es jetzt Stück für Stück an den Kragen gehen bis hin zu den ernsthaften Überlegungen eines kompletten Bargeldverbots!
 
Falls Sie planen, in Anlagediamanten zu investieren oder einen Diamanten für ein schönes Schmuckstück zu kaufen und möchten dies anonym erledigen bzw. selbst entscheiden, wer eventuell davon erfahren kann (mögliche Gläubiger, Behörden usw.), empfiehlt sich ein möglichst kurzfristiges Handeln!
 
Bei weiteren Fragen, stehe ich gerne zu ihrer Verfügung.
 

07.03.2017

Der FOCUS MONEY Sachwerteplaner 2017 – oder wie man sich mit Sachwerten (z.B. Diamanten) vor der Inflation schützen kann

Wie weiter unten bereits kurz berichtet und angekündigt, war ich im Januar als Diamantenexperte in die Chefredaktion des FOCUS MONEY nach München geladen. Ich nahm dort an der Expertenrunde zum Thema Sachwertanlagen und der Diskussion über die Vor- und eventuellen Nachteile der jeweiligen Sachwertanlagen, teil.
 
Herausgekommen ist ein interessantes Sonderthema „Sachwertanlagen” als Extrabeilage, welches die Themen Inflation, Sachwerte usw. umfangreich und objektiv behandelt.

Ansicht FOCUS MONEY Ausgabe Nr. 8 Sonderthema "Sachwertanlagen"

Ansicht FOCUS MONEY Ausgabe Nr. 8 Sonderthema „Sachwertanlagen“

Das Thema erschien in der FOCUS MONEY Ausgabe Nr. 8 am 15.02.2017. Falls Sie keine Möglichkeit hatten, sich die Ausgabe zu besorgen, können Sie das Sonderthema hier als PDF downloaden.
 
Download Variante 1: Sonderthema Sachwertanlagen Diamanten, PDF-Größe 1,14 MB

Download Variante 2: Sonderthema Sachwertanlagen komplett, PDF-Größe 7,87 MB
 
Auf Wunsch, senden wir ihnen aber auch gerne die komplette gedruckte Ausgabe per Post für Sie kostenfrei zu. Schreiben Sie uns einfach eine kurze Nachricht und geben ihren Namen und ihre Anschrift an.

 

11.02.2017

Farbige Diamanten / Fancy Diamonds – Teil I

Fast jeder hat schon einmal von ihnen gehört, viele haben sie bestimmt schon irgendwo im Fernsehen oder in Hochglanzmagazinen gesehen, wenn internationale Stars bei besonderen Anlässen, wie z.B. der Oscar- und Grammy Verleihung exklusiven Schmuck tragen. Die Rede ist von farbigen Diamanten oder Fancy-Diamanten bzw. Fancies!

Ein sehr schöner, gelber Fancy Intense Diamant, 0,53 Karat!

Ein sehr schöner, gelber Fancy Intense Diamant, 0,53 Karat, lupenrein!

Was macht Fancy Diamanten so besonders, so wertvoll und was unterscheidet sie – auch in der Bewertung – von ihren sog. farblosen Kollegen?

Fancy-Diamant! Diamant in der Farbe Fancy light Green (Naturfarbiger Diamant in hellem Grün) mit GIA-Zertifikat. Naturfarbige Diamanten in reinem Grün sind extrem selten und wertvoll!

Fancy-Diamant! Diamant in der Farbe Fancy light Green (Naturfarbiger Diamant in hellem Grün) mit GIA-Zertifikat. Naturfarbige Diamanten in reinem Grün sind extrem selten und wertvoll!

Ich werde Sie hier in loser Abfolge über Fancies informieren und beginne heute mit Teil I:
 
„Was sind Fancydiamanten, was ist bei der Bewertung von Fancies zu berücksichtigen und was unterscheidet die Bewertung von Fancy-Diamanten von farblosen Diamanten?“

 

Zu allererst: ich spreche hier nur von natürlichen und unbehandelten, farbigen Diamanten, also weder solchen, die synthetisch hergestellt sind, noch denen, die ihre Farbe durch eine künstliche Behandlung erhalten haben, z.B. durch Bestrahlung.

 

Info ganz nebenbei: Der Diamant ist der einzige Edelstein auf der Welt, den es in jeder möglichen Farbe gibt! Es gibt ihn in gelb und braun, in grün und blau, in pink, rot, violett, orange, quasi alle Farben, die wir kennen. Es gibt sogar farbwechselnde Fancy-Diamanten, die sog. Chamäleon-Diamanten!
 
Was sind Fancy Diamanten? Als Fancy-Diamanten werden solche Diamanten bezeichnet, die eine deutlich wahrnehmbare (natürliche) Farbe/Farbsättigung aufweisen, welche über die normale Farbskala D – Z hinausgeht.
 

Genauso wie bei den farblosen Diamanten (manche bezeichnen sie auch als weiße Diamanten), spielt für den Wert und Preis auch bei Fancies die Nachfrage eine ganz wichtige Rolle, welche sich u.a. durch deren Seltenheit und Schönheit ergibt. Im Vergleich zu den farblosen Diamanten sind die fancyfarbenen Diamanten, da speziell die pinken, grünen, blauen und roten, noch viel seltener und haben daher auch einen wesentlich höheren Preis als die farblosen Diamanten.

 

Ein (zugegeben extremes) Beispiel soll ihnen das verdeutlichen:

– ein Brillant von 0,22 Karat, in der höchsten Farbstufe D (River+), Reinheit IF (lupenrein), mit Schliff 3x Exzellent, ohne Fluoreszenz und GIA-Zertifikat, also in der Top-Qualität, kann schon für um die 1.000,00 Euro gekauft werden.

– ein ebenfalls 0,22 Karat schwerer Brillant, wird, wenn er die seltenste und teuerste Farbe „Rot“ hat, für um die 100.000,00 Euro gehandelt!

 

Auch sind die Wert- und Preissteigerungsraten bei diesen vier extrem gefragten Diamanten-Farben mit Abstand am höchsten. Fast immer sind es Fancies, die bei internationalen Auktionen (Sothebys, Christies) die Hauptrolle spielen und bis zu 8-stellige Preise erzielen. Aber auch deren nachhaltige und langfristige Entwicklung ist enorm, siehe folgende Grafik:

Die sehr beeindruckende Wert- und Preisentwicklung von Fancy-Diamanten in der Farbe "FANCY INTENSE PINK" im Verlauf der letzten 20 Jahre im Vergleich mit allen Aktienindizes und den wichtigsten Rohstoffen!

Die sehr beeindruckende Wert- und Preisentwicklung von Fancy-Diamanten in der Farbe „FANCY INTENSE PINK“ im Verlauf der letzten 20 Jahre im Vergleich mit allen Aktienindizes und den wichtigsten Rohstoffen!

 

Was ist bei Fancy-Diamanten das wichtigste Kriterium? Das mit großem Abstand wichtigste Kriterium ist die Farbe ansich und deren Sättigung/Intensität. Gefolgt von der Farbreinheit. Bei der Bewertung von Fancies wird zwischen Hauptfarbe, Zweitfarbe und Overtone unterschieden.
 
Beispiele:
Nur Hauptfarbe: “Pink”
Hauptfarbe mit einer Zweitfarbe: “Orange Pink” (wobei die letztgenannte immer die Dominate, die Hauptfarbe ist und mehr zählt)
Hauptfarbe mit Overtone: “Brownish Pink
 
Ein Fancy mit nur einem einzigen Farbton, bspw. “Pink” ist deutlich seltener und wertvoller als einer in “Orange Pink” und um ein mehrfaches teurer als einer in “Brownish Pink”!

Ein sehr schöner und wertvoller Diamant in der seltenen Farbe Fancy Intense Pink!

Ein sehr schöner und wertvoller Diamant in der seltenen Farbe Fancy Intense Pink!

Hat er eine intensive Farbsättigung, ist er natürlich viel wertvoller als mit einer weniger starken Farbsättigung. Die höchste Farbsättigung und somit auch den höchsten Preis trägt die Bezeichnung Fancy VIVID. Nach Fancy VIVID geht es zwar auf der Skala noch weiter aber der Wert/Preis nimmt wieder ab, da diese Farben teilweise zu dunkel werden.
 
Welche Farbgrade gibt es bei Fancy-Diamanten? Die Reiheinfolge der Farbgrade lautet: Faint, Very Light, Light, Fancy Light, Fancy, Fancy Intense, Fancy Vivid, Fancy Deep, Fancy Dark. Wobei die ersten drei zwar schon zu den Fancies zählen, aber noch nicht so ausgeprägte Farbtiefen aufweisen. Als „ganz echte“ Fancyfarben gelten daher die Stufen die auch ein vorangestelltes „Fancy“ haben, also ab „Fancy Light“.

 

Die Reinheit und die Schliffausführung spielen im Vergleich zu den farblosen Diamanten kaum/eine deutlich untergeordnete Rolle. Die Schliffform (ob runder Brillant oder Radiant) spielt nur eine Rolle, wenn sie den Farbeindruck positiv beeinflusst. Quasi alles wird bei der Bewertung von Fancies der Farbe und ihrer Intensität untergeordnet. Ob bspw. ein pinkfarbener Diamant lupenrein ist oder Reinheitsstufe von SI2 besitzt, spielt so gut wie keine Rolle, wenn nur die Farbe „stimmt“. Es kommt daher auch nicht selten vor, dass ein Diamant mit der Reinheit SI2 teurer ist als ein luprenreiner Diamant, weil seine Farbe „schöner“ und „intensiver“ ist als die des lupenreinen.

 

25.01.2017

Diamanten versiegelt oder lose kaufen – wo liegen die Vorteile?

Eine uns oft gestellte Frage lautet: „Bringt es einen Vorteil (oder Nachteil), wenn ich einen versiegelten Diamanten kaufe?“

Ein durch das IGI zertifizierter und versiegelter Diamant

Ein durch das IGI zertifizierter und versiegelter Diamant

Diese Frage kann nicht mit einem einfachen „ja“ oder „nein“ bzw. in einem kurzen Satz beantworten werden.

 

An erster Stelle empfehlen wir, Diamanten möglichst immer mit einem neuwertigen Zertifikat eines der drei großen und weltweit anerkannten Institute (GIA, IGI, HRD) zu kaufen. Diese Institute sind u.a. deswegen weltweit anerkannt, weil man sich auf ihre Zertifikate verlassen kann. Daher können Diamanten mit einem Zertifikat dieser Institute auf der ganzen Welt auch wieder einfach und problemlos verkauft werden. Wenn Sie den Diamanten dann noch aus der Hand eines vertrauenswürdigen Händlers kaufen, haben Sie die größtmögliche Sicherheit.

 

Ob man den Diamanten von diesem Institut auch gleich versiegeln lässt (oder einen schon versiegelten vom Diamanten-Händler kauft), ist von untergeordneter Wichtigkeit und hängt – neben persönlichen Präferenzen – auch mit der geplanten Verwendung des Diamanten zusammen. Soll der Diamant bspw. in einem Schmuckstück gefasst werden, muss er vorher nicht extra versiegelt werden, was ja auch Geld kostet (falls er nicht schon versiegelt angeboten wird).

Ein loser Einkaräter Anlage-Diamant.

Ein loser Einkaräter Anlage-Diamant.

 

Ist er eher zur Anlage gedacht, gibt es Argumente für beide Varianten, die für einen späteren Verkauf eventuell zu berücksichtigen sind.
 
Manche Kaufinteressenten – speziell wenn es Händler sind – möchten den Diamanten selbst prüfen, was bei einem versiegelten Diamanten nur eingeschränkt möglich ist. Er muss dann der Versiegelung entnommen werden. Dies ist jedoch ohne Probleme möglich, denn der Diamant kann jederzeit durch das zertifizierende Institut wieder versiegelt werden, sollte es doch nicht zu einem Verkauf kommen. Allenfalls wäre hier der finanzielle Aufwand für die Wiederversiegelung als Nachteil zu nennen.
 
Ein Vorteil ist bei einem versiegelten Diamanten jedoch, dass der größere Anteil von Kaufinteressenten, speziell wenn es Anleger selbst sind, gerne versiegelte Diamanten kaufen.
 
Aus meiner Sicht ist es wichtiger, dass ein Diamant gelasert ist (Lasergravur der Zertifikatsnummer). Da es heutzutage schon fast Standard ist, dass Diamanten nach der Zertifizierung vom Institut mit der Nummer des Zertifikats gelasert werden, sollte man lose Diamanten möglichst nur mit einer Lasergravur kaufen. So ist es ohne großen Aufwand jederzeit (bei Verkaufsverhandlungen, bei Überprüfungen usw.) auch für einen Laien mit einer starken Lupe anhand der eingelaserten Nummer möglich, zu überprüfen, ob Diamant und Zertifikat zusammen gehören.

Die weltweit einmalige Zertifikatsnummer des GIA ist mit einem Spezial-Laser für das bloße Auge nicht sichtbar, eingraviert.

Die weltweit einmalige Zertifikatsnummer des GIA ist mit einem Spezial-Laser für das bloße Auge nicht sichtbar, eingraviert.


 
Daher lauten meine Empfehlungen:

– der Diamant sollte wenn er lose erworben wird, möglichst gelasert sein.
– ist er nicht gelasert, empfiehlt sich eine Versiegelung.
– ist er versiegelt und gelasert, können Sie ihn jederzeit entnehmen/entsiegeln und durch die Laserung auch später nachweisen, dass er zum Zertikat gehört oder ihn auch einfach wieder versiegeln lassen.

 

Wenn Sie diese drei Punkte berücksichtigen, können Sie sich ruhigen Gewissens einfach für den Diamanten entscheiden, der ihnen von seinen Werten und seiner Schönheit am besten gefällt und machen die Entscheidung ob Sie einen versiegelten oder losen Diamanten kaufen, von ihrem persönlichen Geschmack und/oder davon abhängig, was passendes angeboten wird.
 
Bei weiteren Fragen zur Versiegelung, einer Wiederversiegelung und der Laserung von Diamanten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Falls Sie bereits einen Diamanten besitzen, können wir diesen auch gerne für Sie lasern oder versiegeln lassen.

 

18.01.2017

Diamanten als Sachwertanlage – Expertenrunde in der FOCUS MONEY Chefredaktion!

Gestern weilte ich auf Einladung der Chefredaktion des FOCUS MONEY, einem Fachmagazin für Finanzen, des BURDA-Verlages, in München. Der Chefredakteur, Herr Frank Mertgen, hatte Experten aus den verschiedenen Bereichen der Sachwertanlagen zu einer Diskussion/einem Roundtable geladen. Hintergrund ist, dass FOCUS MONEY in seiner am 15.02.2017 erscheinenden Ausgabe das Sonderthema „Sachwertanlagen“ umfangreich behandelt und hierzu neben den recherchierten Erkenntnissen seiner Fachredakteuere, auch die Meinung und die Hintergrundinformationen der jeweiligen Experten mit einfließen lassen will.

Die Einladung der FOCUS MONEY Chefredaktion.

Die Einladung der FOCUS MONEY Chefredaktion.

 

Das ich als Experte für Diamanten eingeladen war, ehrt mich und beweist gleichzeitig, dass längst auch die internationale Fachpresse auf uns aufmerksam wurde und meine Fachexpertise zum Thema Diamanten / Anlagediamanten schätzt.

 

Neben Fachleuten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Immobilienbranche, sowohl national als auch international (ein Teilnehmer kam sogar extra aus den USA angereist!), waren auch solche aus den Bereichen Edelmetalle (Gold, Silber, Platinmetalle) und Münzexperten anwesend. Ich, als Diamantengutachter und Diamantenhändler, informierte über die verschiedenen „Facetten“ einer Anlage in Diamanten.

 

Es war eine sehr informative und interessante, offene Gesprächsrunde, welche auch die Vor- und Nachteile der jeweiligen Sachwertanlage kritisch behandelte. Nicht nur der Chefredakteur selbst, sondern auch die ebenfalls anwesenden Fachredakteure (jeweils mit unterschiedlichen Spezialgebieten) wussten sehr genau nachzufragen, wenn eine Antwort auf die gestellten Fragen vom jeweiligen Experten nicht völlig oder ganz klar beantwortet wurde.

 

Ich freue mich schon jetzt auf das am 15.02.2017 erscheinende Thema „Sachwertanlagen“ als exclusive Sonderbeilage des FOCUS MONEY und kann es jedem, der sich für Anlagen-Sachwertanlagen im allgemeinen bzw. für das Thema Diamanten zur Kapitalanlage/Anlagediamanten im speziellen interessiert, nur empfehlen. Falls Sie keine Möglichkeit haben, sich das Magazin zu besorgen, fragen Sie einfach bei uns an. Wir können Ihnen dies dann bestimmt als PDF nachträglich zusenden.

 
06.01.2017

Diamant beschädigt – wer zahlt? Oder wer haftet bei der Beschädigung eines angelieferten Diamanten zur Schmuckherstellung/Ringanfertigung?

Vor kurzem erreichte mich die Frage eines Kunden, wer denn das Risiko trägt bzw. wer haftet, wenn er einem Goldschmied einen Diamanten zur Ringanfertigung anliefert und dieser den Diamanten dann beim Fassen beschädigt. Der Goldschmied hätte ihm nämlich erklärt, dass das Risiko der Beschädigung von angelieferten Steinen generell ganz allein bei ihm/dem Kunden liegen würde. Er solle doch besser den Diamanten direkt beim Goldschmied kaufen.

 

Wir können über die Motivation dieser eindeutig falschen Auskunft nur spekulieren. Viele Möglichkeiten gibt es hier aber wohl nicht.

 

Daher das wichtigste kurz vorweg: Selbstverständlich trägt nicht der Kunde das Risiko der Beschädigung seines angelieferten Diamanten, sondern der beauftragte Goldschmied! Dieser schuldet als Auftragnehmer eine ordentliche Arbeit und trägt als Unternehmer letztendlich auch das unternehmerische Risiko seiner Arbeit und dazu zählen auch solche Schäden, die durch seine Arbeit erst entstehen. Unter anderem für solche Fälle, gibt es ja die Haftpflichversicherung, welche ohnehin jeder Unternehmer haben sollte.

 

Rein theoretisch, kann zwar auch ein Diamant – das absolut härteste, natürliche Material auf unserem Planeten – beim Zusammentreffen von einigen sehr ungünstigen Faktoren, beschädigt werden. Dieses Risiko ist jedoch so verschwindend gering, dass es man es fast gänzlich ausschließen kann, wenn wenige Dinge berücksichtigt werden. Aber unabhäging davon, geht es hier ja um die möglichen finanziellen Folgen einer – äusserst unwahrscheinlichen – Beschädigung eines angelieferten Diamanten bei einer Schmuckanfertigung.

 

Der Goldschmied trägt vom Gesetz her gewisse Sorgfaltspflichten. Dazu zählt u.a. auch, dass er den angelieferten Stein auf seine Eignung hin gründlich untersucht. Es gibt durchaus Diamanten, die auf Grund ihrer bereits vorhandenen großen und/oder vielen Einschlüsse und dazu können z.B. auch Risse zählen, nicht für jede Art von Fassung geeignet sind.

 

Nimmt der Goldschmied einen Auftrag zur Verarbeitung eines Diamanten bspw. in einen Ring an (mit oder ohne vorheriger fachlichen Untersuchung des angelieferten Steines), übernimmt er auch das Risiko, dass der Diamant während dieser in seiner Obhut ist, beschädigt wird oder vielleicht auch abhanden kommt. Er trägt dann als Auftragnehmer gegenüber dem Kunden das Haftungsrisiko, auch für seine sog. Erfüllungsgehilfen, also bspw. dann, wenn der Goldschmied den Diamanten zum Einfassen an einen Edelsteinfasser weitergibt, dieser ihn beschädigt oder verliert.

 

Falls Sie erst einen Diamanten zum Einfassen in ein Schmuckstück anschaffen, achten Sie bei der Auswahl des Diamanten am besten schon beim Kauf darauf, dass dieser möglichst nicht übermäßig große/viele Einschlüße und/oder Risse (Fachausdruck: Federn) hat, dann kommt es so gut wie nie zu einer Beschädigung bei der Verarbeitung. Wir sind ihnen selbstverständlich gerne mit der Lieferung von geeigneten Diamanten behilflich und/oder stehen ihnen mit Rat und Tat und der fachlichen und objektiven Beurteilung ihrer Diamanten zur Verfügung.

 

Erhalten Sie dennoch eine solche falsche Auskunft eines Goldschmiedes, der ihnen, statt Sie ordentlich zu beraten und Sie mit seiner hochwertigen handwerklichen Arbeit zu überzeugen, noch einen Diamanten teuer verkaufen will, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf. Wir können Ihnen ausgezeichnete und erfahrene Schmuckdesigner und Goldschmiede empfehlen, die ihre vorhandenen Diamanten gerne verarbeiten und denen auch bewusst ist, dass nicht Sie als Kunde das Risiko der Beschädigung und des Verlustes tragen.
 
Falls Sie als Kunde oder auch als verarbeitender Goldschmied weitergehende Fragen haben, stehen wir gerne zu ihrer Verfügung. Unsere Kontaktseite

 

 
03.01.2017

Investment Diamond Report (IDR) – sinnvoll oder nicht?

Die Diamanten-Zertifikate der drei großen und international anerkannten Diamanten-Institute (GIA, IGI, HRD) sind den meisten wohl bekannt. Eventuell besitzen Sie auch einen oder mehrere Diamanten mit einem solchen Zertifikat.
 
Seit einiger Zeit gibt es nun eine weitere Variante bei den Zertifikaten. Den „INVESTMENT DIAMOND REPORT“ (IDR) von RAPAPORT.
 
Wer oder was ist „RAPAPORT“ und was hat es mit diesem „IDR“ auf sich?

Der Name „Rapaport“ stammt von Martin Rapaport und ist seit Jahrzehnten eng mit der internationalen Diamanten-Industrie verknüpft und spielt dort eine sehr wichtige Rolle. Martin Rapaport war es, der 1978 eine/seine Großhandelspreisliste für Diamanten (Rapaport Diamond Report, kurz: „den Rapaport“) zum ersten mal herausgab, seitdem regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht. Der gesamte weltweite Diamantenhandel orientiert sich an dieser Liste.

Er war u.a. auch einer der maßgeblichen Initiatoren des Kimberley-Processes. Der Kimberley-Process wurde gegründet, um zu verhindern, dass sogenannte „Blutdiamanten“ bzw. „Konfliktdiamanten“ in den Handel an den offiziellen Diamanthandelsplätzen gelangen. Fast jedes Land der Welt fordert bei der Einfuhr von Rohdiamanten diese offiziellen Kimberley-Zertifikate.

Weiterhin ist Martin Rapaport für sein intensives Engagement zur fairen Entlohnung der Arbeiter in den Diamantenminen in Afrika bekannt.

Mit seiner Firma ist Martin weltweit an allen wichtigen Diamanten-Handelsplätzen vertreten und setzt sich auch heute noch für einen korrekten und fairen Handel mit und eine korrekte Bewertung von Diamanten ein. Unter anderem betreibt Rapaport auch Diamanten-Labore zur Zertifzierung.

Der von Rapaport herausgegebene INVESTMENT DIAMOND REPORT (siehe Foto), ist wie der Name erkennen lässt, speziell für Investment-/Anlagediamanten gedacht und stellt eine Ergänzung zu den „normalen“ Zertifikaten dar. Es gibt strenge Regeln, welche Eigenschaften die Diamanten erfüllen müssen, damit sie einen IDR erhalten können. Wichtige (nicht abschließende Aufzählung) Kriterien sind:

1. ein aktuelles (nicht älter als zwei Jahre) GIA-Zertifikat
2. der Diamant muss die strengsten Kriterien der Rapaport Stufe A1 erfüllen
3. das Mindestgewicht liegt bei 0,50 Karat
4. der Diamant muss eine Reinheit von nicht geringer als „VS2“ besitzen
5. die Farbe muss mindestens „H“ oder besser sein
6. nur runde Diamanten (Brillanten) kommen für ein IDR in Frage

Ein INVESTMENT DIAMOND REPORT (IDR) - als Ergänzung zu einem GIA-Zertifikat

Ein INVESTMENT DIAMOND REPORT (IDR) – als Ergänzung zu einem GIA-Zertifikat

Es gibt noch weitere Kriterien, die den informatorischen Charakter dieses Artikels hier jedoch sprengen würden.

Der IDR ist zusätzlich mit einem hochauflösenden Foto des Diamanten ausgestattet und bestätigt/garantiert, dass der Diamant keinen „Tint“, keine schwarzen Einschlüße besitzt und dass er definitiv mindestens Eye clean (Augenrein) ist. Für einen hochwertigen Anlagediamanten alles sehr wichtige Kriterien, die in dieser Form im GIA-Zertifikat nicht enthalten sind.

 
Ein IDR ist somit kein Ersatz für ein (GIA)-Zertifikat, sondern die ideale Ergänzung.
 

Durch die äusserst strengen und selektiven Kriterien, ist die Auswahl der Diamanten mit einem IDR weltweit recht gering. Falls Sie zum IDR weitergehende Fragen oder Interesse am Kauf eines Diamanten mit einem IDR haben, können Sie uns jederzeit gerne ansprechen. Es ist auch möglich, für einen Diamanten, welcher sich z.B. schon in ihrem Besitz befindet, nachträglich ein IDR ausstellen zu lassen, sprechen Sie uns einfach an. Unsere Kontaktseite

 

28.12.2016

Die Diamanten-Lupe – normale Lupe oder hochwertiges optisches Präzisionsinstrument?

Fast jeder kennt sie, die Fotos eines Diamanten mit einer Pinzette, welcher mittels einer kleinen, meist einklappbaren, Lupe untersucht wird. Oft, nicht immer, handelt es sich hierbei um eine Diamanten-Lupe. Doch was ist eine (echte) Diamantenlupe und wie unterscheidet sie sich von normalen Lupen?

 

Eine echte Diamantenlupe ist ein hochwertiges, optisches Präzisionsinstrument mit einer festgelegten Vergrößerung von exakt 10-fach, welches gleichzeitig mehrfach optisch korrigiert ist.

Eine hochwertige und "echte Triplet Diamantenlupe" des Herstellers Gemnovo

Eine hochwertige und „echte Triplet Diamantenlupe“ des Herstellers Gemnovo

Die exakte Vergrößerung von 10-fach und nicht 8-fach, 12-fach oder 15-fach ist enorm wichtig. Denn auch heutzutage, wo das hochauflösende Stereomikroskop längst Einzug in die Diamantengraduierung gehalten hat, wird die Diamantenlupe nach wie vor auch zur Bewertung/Graduierung von Diamanten genutzt. Von daher leuchtet es auch ein, dass ein einheitlicher Standard in der Vergrößerungsleistung festgelegt sein muss. Würde man diesen nicht haben, gäbe es ein babylonisches Durcheinander, wenn ein Diamantenfachmann mit einer 8-fach Lupe arbeitet, der nächste eine 10-fach Lupe nimmt und der letzte erkennt einen Diamanten nur als „lupenrein“ an, wenn er unter seiner 15-fach Lupe keine Einschlüsse sieht.

Jedoch ist dies noch längst nicht alles, was eine echte und hochwertige Diamantenlupe ausmacht. Neben der standardisierten (also festgelegten) Vergrößerung von exakt 10-fach muss eine Diamantenlupe noch mehrfach optisch korrigiert sein. „Achromatisch & aplanatisch korrigiert“, lautet der Fachterminus für diese international ebenfalls festgelegten Korrekturen.

Achromatisch korrigiert, bedeutet, dass die Lupe die Farbfehler, die sich automatisch bei einer hohen Vergrößerungsleistung durch einen farbigen Rand bzw. Saum bei eigentlich farblosen Objekten zeigen, korrigiert.

Wobei die aplanatische Korrektur, die natürliche Verzerrung, welche durch die nach aussen gewölbten (vergrößernden) Gläser entsteht, korrigiert.

Jeweils eine dieser beiden Korrekturen alleine wäre recht einfach zu bewerkstelligen. Doch beide zusammen, stellen erhöhte Anforderungen an die Optik dar. Heutzutage hat sich eine Lupenart durchgesetzt, die insgesamt drei verschiedene Gläser, meist fest zusammen verbunden, mit einander kombiniert um die erforderlichen Korrekturen möglichst optimal zu erreichen. Dabei gleichzeitg noch ein großes Sichtfeld mit einer hohen Schärte bis in den Rand bietet und dies letztendlich auch noch mit einer ausgezeichneten Farbtreue. Die „Triplet-Lupe“.

 

Doch aufgepasst – Triplet ist nicht gleich Triplet!
Der Begriff „Triplet“ sagt gar nichts über die Qualität der Lupe und findet sich sehr oft auch auf wenigen Euro billigen China-Lupen von meistens minderster Qualität. Sehr oft ist sogar nur ein Glas verbaut, manchmal zwei und gelegentlich auch drei. Da die bloße Anzahl von Gläsern jedoch absolut nichts über deren optische Qualität aussagt, und ein hochpräzises optisches Instrument wie eine echte Diamantenlupe für den professionellen Anwender nicht für wenige Euro zu erhalten ist, kosten die meisten echten Diamanten-Lupen mindestens 150 Euro.

Wie fast alles im Leben, hat auch hier Qualität ihren Preis. Sehr gute Diamantenlupen für den professionellen Anwender kosten mehrere einhundert Euro.

 

Die hier gezeigte weltweit bekannteste und international als beste Diamantenlupe geschätze „LUPE L2“ der deutschen Firma Harald Schneider, kostet mehr als 330,00 Euro (womit sie längst nicht die teuerste Diamanten-Lupe ist, welche bis zu 500 Euro kosten). Falls Sie an der Schneider Lupe L2 Interesse haben, oder weitere Fragen zu Diamantenlupen, können Sie sich gerne an uns wenden.

Die Schneider Diamanten-Lupe L2 gilt in der Diamanten-Branche als die/einer der besten Diamanten-Lupen!  Aufgepasst! Auch diese Lupe wird bereits gefälscht!

Die Schneider Diamanten-Lupe L2 gilt in der Diamanten-Branche als die/einer der besten Diamanten-Lupen!
Aufgepasst! Auch diese Lupe wird bereits gefälscht!

Nun werden Sie eventuell denken, dass es doch bestimmt nicht nötig ist, „soviel Geld nur für eine Lupe auszugeben“ oder sich nicht rentiere. Dann soll ihnen das folgende kleine Beispiel zeigen, wie wichtig es ist, bei der Begutachtung/Graduierung von Diamanten eine Top-Lupe zu verwenden.

Wenn der Diamanten-Graduierer durch die Verwendung einer einfachen oder mittelmäßigen Lupe einen einzelnen kleinen Einschluss, z.B. einen „Pinpoint“, übersieht, bewertet er einen Diamanten eventuell als „lupenrein“ der in Wahrheit jedoch nur ein VVS1 oder bei mehreren ein VVS2 „verdient“ hätte. Dies kann bei den ganz hohen Farbstufen einen Preis- und Wertunterschied von 25% bis 30% ausmachen! Zum Beispiel, entspricht dieser Unterschied in der Reinheit bei einem Top-Einkaräter in der Farbe „D“ einem Preisunterschied von immerhin 5000 Euro bis 6000 Euro. Also ein Betrag, für den man einige Top-Lupen kaufen könnte!

 

23.12.2016

Vorsicht beim Kauf von Diamanten ohne oder mit selbsterstellten Zertifikaten!

Ein aktueller Fall aus meiner Praxis als Diamantengutachter:

Ein Kunde hatte bei einem Händler, der seine Artikel nur auf einer Onlineplattform anbietet, eine größere Anzahl von Diamanten zum Zwecke der Wertanlage gekauft. Die Diamanten waren alle mit einem selbsterstellten sog. Zertifikat des Verkäufers ausgestattet. Leider erst nach dem Kauf hat sich der Kunde Gedanken darüber gemacht, ob die in den sog. Zertifikaten ausgewiesene Qualität denn auch mit den Diamanten übereinstimmt. Er bat uns dann darum, seine erst kürzlich erworbenen Diamanten zu überprüfen und eventuell dann auch noch ein Zertifikat eines der drei großen und internationalen Diamanteninstitute (GIA, IGI & HRD) erstellen zu lassen.
 

Nach dem Eintreffen bei uns und der sorgfältigen Eingangskontrolle (bei uns immer unter dem vier Augen Prinzip) habe ich die Diamanten einer ersten Untersuchung in unserem Diamanten-Labor unterzogen.
 
Dabei stellte sich dann heraus, dass von 13 Diamanten lediglich 2 das angegebene Gewicht hatten. Die anderen 11 Diamanten waren alle „untergewichtig“. Dann erfolgte eine Überprüfung der Reinheit. Hier musste ich sogar feststellen, dass keiner der 13 Steine die angegebene Reinheit besaß. Alle Brillanten waren von geringerer Reinheit.

Die sich daran anschließende Überprüfung der Farbe ergab ein sehr ähnliches Bild.

Insgesamt war somit festzustellen, dass kein einziger Stein in allen Kriterien mit den gemachten Angaben übereinstimmte. Bei fast allen Diamanten gab es mehrere Abweichungen gleichzeitig beim Gewicht, bei der Farbe, der Reinheit oder dem Schliff. Es gab sogar Abweichungen bei einem Diamanten von bis zu 6 Stufen auf der Farbskala, bei einem anderen von 6 Stufen auf der Reinheitsskala!

Die Mitteilung meiner Untersuchungsergebnisse war für unseren Kunden natürlich ein Schock, da mit der wesentlich schlechteren Qualität auch ein immens geringerer Wert der Diamanten einhergeht.

Letztendlich hat sich unser Kunde dann doch dazu entschlossen, dass wir die Abwicklung der Zertifizierung beim IGI in Antwerpen für seine Diamanten übernehmen sollen.

Leider (aus Sicht unseres Kunden) wurden von dort dann meine Untersuchungsergebnisse vollends bestätigt.

Unser Kunde wird nun versuchen mit anwaltlicher Hilfe, sein Geld wieder zurück zu bekommen. Eventuell ist dies dann auch noch ein Fall für die Staatsanwaltschaft!

Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, hochwertige/hochpreisige Diamanten möglichst nie ohne ein (aktuelles) Zertifikat eines der drei großen und international anerkannten Diamanten-Institute zu kaufen. Es sei denn, man hat die Möglichkeit, den Diamanten – am besten natürlich noch vor dem Kauf – durch einen Diamanten-Gutachter oder eine andere fachkundige und unabhängige Person untersuchen und überprüfen zu lassen. Leider sind nicht wenige der vom Verkäufer selbst ausgestellten Zertifikate falsch. Man könnte sich auch fragen, warum sie eigenartigerweise immer zu gut ausfallen, nie zum Vorteil des kaufenden Kunden?!

 

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Da wir Brillianten direkt importieren, können Sie bei uns Brillanten besonders günstig online kaufen. Unsere Brillianten stammen meist aus Afrika und werden von dort direkt importiert. Wir kaufen Brillianten direkt bei den großen Schleifereien, günstiger als beim Diamanten-Großhandel.

Diamant Zertifikat

Ein hochwertiger Diamant sollte möglichst immer mit einem international anerkanntem Diamant-Zertifikat oder einer Diamant Expertise neueren Datums erworben werden. International anerkannt sind die Institute GIA, IGI und HRD. Wir vertreiben ausschließlich GIA und IGI zertifizierte Diamanten mit neuester Expertise!